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Bittere Pleite

UHC Uster bringt sich um die Ernte

Der UHC Uster wandelt einen 0:3-Rückstand in eine 5:3-Führung um, und kann auch auf den Zuger Ausgleich nochmals reagieren. Am Ende geht er aber trotzdem als 6:7-Verlierer vom Feld.

Redaktion
Züriost
Sonntag, 25. September 2022, 22:36 Uhr Bittere Pleite
Sportplatz/Sporthalle Buchholz, Uster Tobias Ledergerber gegen Alligator Malans . Bild: Robert Pfiffner
Usters Captain Tobias Ledergerber bleibt trotz der jüngsten Niederlage zuversichtlich.
Foto: Robert Pfiffner

Nichts verdeutlichte den Ustermer Gemütszustand nach der Schlusssirene wohl besser, als Keeper Nicola Brütsch, der wutentbrannt seinen Goaliehelm auf den Boden des Hallenbodens schmetterte.

Mit 5:3 hatte man zehn Minuten vor Schluss noch geführt, mit einem 6:5-Vorsprung war man in die letzte Spielminute gegangen – und stand am Ende trotzdem als Verlierer gegen Zug und damit in der Tabelle als noch einziges punkteloses Team da.

Zur ersten Drittelspause hätten noch nicht viele der 228 Zuschauer in Zug auf den UHC Uster als möglichen Sieger gewettet. 0:3 lag er zu jenem Zeitpunkt zurück.

Die Zuger hatten das Skore bereits vier (!) Sekunden nach dem Anspiel eröffnet, als der schwedische Starneuzugang Nilsberth ein kurzes Freistosszuspiel beim Anspielpunkt auf der Mittellinie ins Ustermer Netz spedierte.

Hätte Brütsch in Minute 13 nicht eine Paradenserie gegen die Zuger Offensive hingelegt, der Rückstand nach dem ersten Drittel wäre noch höher ausgefallen.

Als der Wind drehte

Im mittleren Abschnitt drehte dann aber der Wind in dieser sehr körperbetont geführten und von beiden Teams primär stark offensiv ausgerichteten Partie, in der die Gäste ab dem dritten Gegentreffer ihre Kräfte auf zwei Linien konzentrierten.

Schmuki war mit einem Lauf über das ganze Feld hinweg plus souveränem Abschluss im Alleingang für den ersten Ustermer Treffer besorgt. Patrik Dóža zeichnete mit einer Doublette für den ausgeglichenen 3:3-Spielstand nach 40 Minuten verantwortlich.

Genauso erfreulich ging es im Schlussdrittel vorerst weiter: Wiederum Dóža und fünf Minuten später Claudio Schmid brachten die Gäste 5:3 in Front, während die Zuger, wie im Drittel zuvor, kaum einmal gefährlich vor Brütsch auftauchten.

Zehn Minuten vor dem Ende nutzten die Zentralschweizer dann eine Bankstrafe gegen Schmid zum 4:5-Anschlusstreffer und erzielten keine anderthalb Minuten später auch noch den Ausgleich.

Die Ustermer liessen sich dadurch jedoch keineswegs aus der Ruhe bringen, im Gegenteil: 90 Sekunden später eroberte Dóža den Ball in der Zuger Platzhälfte, legte rüber auf Schmid, und die Gäste lagen wieder in Front.

Irgendwie über die Linie gedrückt

Und dann kam da jene unglückselige Schlussminute, die nochmals alles auf den Kopf stellen sollte. Den 6:6-Ausgleichstreffer erzielte das Heimteam 31 Sekunden vor der Sirene mit einem sechsten Feldspieler anstelle des Torhüters. 59:42 zeigte die Hallenuhr an, als Åkerlund von hinter dem Tor kommend den Ball irgendwie zwischen Pfosten und Brütsch über die Linie drückte.

«Das ist natürlich enorm enttäuschend», resümierte UHCU-Captain Tobias Ledergerber wenig überraschend nach der Partie. «Schon am Tag zuvor gegen Malans wäre mehr möglich gewesen und heute ist das am Schluss extrem unglücklich gelaufen für uns.»

Besteht die Gefahr, dass nach vier Niederlagen zum Saisonstart und einer Partie wie dieser in Zug Spuren auf mentaler Ebene zurücklassen?

«Das denke ich nicht. Wir waren heute im zweiten und dritten Drittel das bessere Team, basierend auf einer grossmehrheitlich guten Defensive. Legen wir diese Performance über 60 Minuten aufs Parkett, kommen auch die Punkte.» (uhcu)

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