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Wetziker Marathonläuferin

Schlumpf glänzt in Wien

Beim Marathon in Wien hat Fabienne Schlumpf eine Topleistung gezeigt. Als Vierte blieb sie nur 17 Sekunden unter ihrem Schweizer Rekord. Tadesse Abraham vom LC Uster klassierte sich auf Rang 6.

Redaktion
Tamedia
Sonntag, 12. September 2021, 15:43 Uhr Wetziker Marathonläuferin
Fabienne Schlumpf und Tadesse Abraham überzeugten am Marathon in Wien.
Foto: Keystone

Im April der Olympiaqualifikations-Marathon in Bern-Belp, im August der Olympiamarathon in Sapporo und nun der Wien-Marathon – Fabienne Schlumpf mutete sich beim Einstieg in ihre Karriere über 42,2 km innerhalb von fünf Monaten ein Programm zu, das zum Scheitern verurteilt schien.

Doch in Bern lief die Wetzikerin in 2:26:14 Stunden bei kühlen, windigen Verhältnissen Schweizer Rekord, in Sapporo wurde sie bei feuchtheissen Bedingungen hervorragende Zwölfte, und jetzt, nur fünf Wochen später, verpasste sie in Wien in 2:26:31 ihren Rekord nur knapp und wurde Vierte.

Ihr Trainer Michi Rüegg hatte die beiden langen Rennen in dieser kurzen Zeit als «bewusstes Experiment» bezeichnet. Und die Läuferin selber hatte erklärt, dass sie in Wien ihren «ersten schnellen Marathon» bestreiten will.

Bern war ein Sicherheitslauf gewesen, um die Limite für Sapporo zu schaffen, und in Japan war des Klimas wegen nicht mehr möglich gewesen. In Wien herrschten zuletzt Temperaturen von rund 23 Grad – auch nicht eben ideal.

Rüegg hatte seiner Athletin nach Olympia vorerst Alternativtraining verordnet, und als Schlumpf wieder längere Läufe bestritt, tat sie dies in den neuen Karbonschuhen.

«Die Belastung darin ist weniger gross und die Erholung danach viel besser, deshalb wagten wir diese beiden Rennen in so kurzer Zeit», sagte Rüegg.

Schlumpf lief bis Kilometer 40 ein äusserst regelmässiges Rennen, wie man es sich bei ihr schon gewohnt ist. Sehr lange hatte es sogar nach einer Zeit unter 2:25 Stunden ausgesehen, eine Zeit, die in den vergangenen fünf Jahren nur fünf Europäerinnen geschafft hatten.

In der Schlussphase brach Schlumpf jedoch noch ein wenig ein, dennoch hält sie nach ihren drei ersten Marathons die beiden schnellsten Schweizer Zeiten. Das Rennen gewann die Kenianerin Vibian Chepkirui in 2:24:29.

Tadesse Abraham, der im Olympiamarathon mit Atemproblemen bei rund 27 Kilometern aufgegeben hatte, entschloss sich schnell, ebenfalls möglichst bald wieder zu laufen. Und in Wien haben sie ihn mit offenen Armen empfangen: Abraham war 2019 im Frühling Zweiter geworden und in 2:07:24 seine zweitbeste Zeit überhaupt gelaufen.

Am Sonntagmorgen musste der Athlet des LC Uster die Spitzengruppe aber nach rund 15 Kilometern ziehen lassen, der 39-Jährige lief sein eigenes Tempo und wurde in 2:12:26 Sechster. (Monica Schneider)

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