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In Hinwil lebende Namibierin

Looser schaffte es in die Fluchtgruppe

Rund 40 Kilometer ist Vera Looser im Olympiarennen an der Spitze gefahren. Und hat sich damit einen Traum erfüllt.

Redaktion
Züriost
Sonntag, 25. Juli 2021, 10:49 Uhr In Hinwil lebende Namibierin
Im Strassenrennen der Frauen ging Vera Looser (Mitte) schnell in die Offensive.
Foto: Keystone

Vera Looser hat im Olympischen Strassenrennen eines ihrer zwei Ziele erreicht. Die in Hinwil lebende Radsportlerin konnte das mit 2700 Höhenmetern gespickte, kräftezehrende Rennen zwar nicht wie erhofft beenden. Dafür aber riss die 27-Jährige mit vier anderen Fahrerinnen kurz nach dem Start in Tokio aus, nachdem sie vor dem Wettkampf gesagt hatte: «Mal in eine Fluchtgruppe zu kommen, wäre der Hammer.»

Die aus Looser, Anna Kiesenhofer (AUT), der Polin Anna Plichta, Omer Shapira aus Israel und der Südafrikanerin Carla Oberholzer bestehende Gruppe erarbeitete sich schnell einen satten Vorsprung aufs Feld. 100 Kilometer vor dem Ziel betrug dieser über zehn Minuten.

Looser war dann kurz darauf allerdings die erste Fahrerin der Fluchtgruppe, die abreissen lassen musste. Sie fuhr danach länger ein einsames Rennen.

66 Kilometer vor dem Ziel wurde die neunfache namibische Strassenmeisterin schliesslich wieder vom Peloton eingeholt. 

Sensation durch Kiesenhofer

Das olympische Radrennen der Frauen endete letztlich mit einer grossen Überraschung. Die Österreicherin Kiesenhofer errang einen nie erwarteten Sieg, ihren ersten auf Weltklasse-Niveau.

Kiesenhofer gehörte der ursprünglich fünf Fahrerinnen grossen Gruppe an, die kurz nach dem Start in Tokio ausgerissen war. Im Gegensatz zu ihren Fluchtgefährtinnen wurde die ehemalige Triathletin auf den 137 km vom Feld nicht wieder eingeholt.

Das Ziel auf dem Fuji International Speedway erreichte Kiesenhofer, die an der ETH Lausanne als Mathematikerin arbeitet, nach knapp vier Stunden Fahrzeit mit 1:15 Minuten Vorsprung auf die Konkurrenz.

Die stark favorisierten Niederländerinnen mussten sich mit dem Gewinn der Silbermedaille durch Annemiek van Vleuten begnügen. Bronze ging wie schon 2016 in Rio an die Italienerin Elisa Longo Borghini.

Marlen Reusser, die einzige Schweizerin am Start, konnte bei ihrer Olympia-Premiere trotz dem bergigen Profil lange mit den Besten mithalten. Am Ende wurde die Bernerin aus Hindelbank mit gut neuneinhalb Minuten Rückstand 46. (sda/zo)

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