×
Läufer des LC Dübendorf

Kariem Hussein verpasst Olympia wegen Doping-Sperre

Schock für die Schweizer Leichtathletik: Hürdenläufer Kariem Hussein wird wegen einer positiven Dopingprobe neun Monate lang gesperrt. Damit verpasst der Athlet des LC Dübendorf auch Olympia.

Redaktion
Züriost
Freitag, 23. Juli 2021, 07:25 Uhr Läufer des LC Dübendorf
Dopingsperre statt Olympia: Kariem Hussein fehlt an den Spielen in Tokio.
Foto: Keystone

Kariem Hussein darf an den Olympischen Spielen in Tokio nicht starten. Die Disziplinarkammer von Swiss Olympic sperrt den Spezialisten über 400 m Hürden wegen Dopings für neun Monate. Der Thurgauer startet seit dieser Saison für den LC Dübendorf.

Dem Hürdenläufer wurde Ende Juni eine Kontrolle an den Schweizer Meisterschaften in Langenthal zum Verhängnis. Die positive A-Probe ist auf die Einnahme einer Lutschtablette (Gly-Coramin) zurückzuführen. Hussein, selber Arzt, schreibt in einem Communiqué, dass er irrtümlicherweise von einer zugelassenen Substanz ausgegangen sei.

«Ich bin es gewohnt, alle Hürden zu nehmen, über diese bin ich unerwartet gestolpert.»

Kariem Hussein

Gemäss der Mitteilung nahm er die für kurze Zeit stimulierende Substanz an dem Wochenende der nationalen Meisterschaften zweimal in Form der Lutschtablette ein –am Freitag, zwei Stunden vor dem Vorlauf, sowie am Samstag nach dem Final.

Die Kontrolle fand am Samstag statt. Bei der unerlaubten Substanz handelt es sich um Nikethamid, das im Training erlaubt und nur im Wettkampf verboten ist. Diese Lutschtabletten sind schweizweit in Apotheken und Drogerien frei verkäuflich.

«Ein folgenschwerer Irrtum»

Hussein beteuert, dass er einem Irrtum aufgesessen sei. Beispielhaft dafür sei, dass er direkt nach dem Finallauf in aller Öffentlichkeit und im Beisein eines Dopingkontrolleurs diese Lutschtablette wegen seiner Unterzuckerung eingenommen habe.

In einer Erklärung schreibt er: «Ich bin es gewohnt, alle Hürden zu nehmen, über diese bin ich unerwartet gestolpert. Ein folgenschwerer Irrtum, eine Unachtsamkeit – in diesem Fall bin ich an meinem eigenen Anspruch an Perfektion gescheitert.»

Das sagt Kariem Hussein zum Dopingfall. (Quelle: www.youtube.com)

Der Ostschweizer hatte gegen die provisorische Sperre Einsprache erhoben. Diese wurde jedoch abgewiesen. Er akzeptiert nun den Entscheid der Disziplinarkammer. Er hält aber fest, dass dies der einzige Verstoss in der langjährigen Karriere mit über 60 Dopingkontrollen sei.

«Dass der Athlet seine Sperre akzeptiert und die Verantwortung für sein Vergehen übernimmt, verdient aus Sicht von Swiss Olympic Respekt», schreibt der Dachverband des Sports in einer Stellungnahme.

«Nichtsdestotrotz ist das Vergehen und die daraus resultierende Sperre eine Warnung an alle Athletinnen und Athleten, dass sie nie sorgfältig genug sein können bei der Einnahme von Ergänzungsmitteln. Die Sanktion gegen Kariem Hussein zeigt diesbezüglich hoffentlich die gewünschte Wirkung.»

Er will weitermachen

Der Ostschweizer ist seit Jahren einer der bekanntesten Schweizer Leichtathleten. Hussein wurde 2014 im Letzigrund über 400 m Hürden überraschend Europameister. Zwei Jahre später holte er an der EM in Amsterdam Bronze.

Für den 32-Jährigen wären es die zweiten Olympischen Spiele gewesen. 2016 war er in Rio aufgrund einer Verletzung in den Vorläufen gescheitert. Hussein hat bereits angekündigt, seine Karriere nach Ablauf der Sperre fortsetzen zu wollen. (sda/zo)

Kommentar schreiben