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Ticker | Krieg in der Ukraine

Russisches Militär meldet grossen Leichenfund in Asowstal-Fabrik

Seit dem Einmarsch Russlands befindet sich die Ukraine im Krieg. Im Ticker finden Sie die neuesten Entwicklungen.

Redaktion
Tamedia
Dienstag, 31. Mai 2022, 14:17 Uhr Ticker | Krieg in der Ukraine
Russische Soldaten durchsuchen in Mariupol das völlig zerstörte Stahlwerk Asowstal.
Russische Soldaten durchsuchen in Mariupol das völlig zerstörte Stahlwerk Asowstal.
Foto: Keystone

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die EU-Staaten verständigten sich im Streit um das geplante Öl-Embargo gegen Russland auf einen Kompromiss. Sie sagten der Ukraine auch weitere Finanzhilfen von bis zu neun Milliarden Euro zu.
  • Im Osten der Ukraine gehen die Kämpfe um die frühere Grossstadt Sjewjerodonezk in die entscheidende Phase.
  • Der russische staatliche Energieriese Gazprom hat die Gaslieferungen an die Niederlande eingestellt.
  • Die Region Südossetien hat das Referendum zu einem Beitritt zu Russland abgesagt.
  • In der Schweiz sind bisher 53'945 Flüchtlinge aus der Ukraine registriert worden.

Artikel zum Krieg in der Ukraine in der Übersicht

Grosser Leichenfund in Fabrik Asowstal

Das russische Militär hat nach eigenen Angaben in den unterirdischen Bunkern der monatelang umkämpften Fabrik Asowstal mehr als 150 Leichen von ukrainischen Kämpfern gefunden. «In einem Container mit nicht mehr funktionierender Kühlung wurden 152 Leichen von gefallenen Kämpfern und Soldaten der ukrainischen Streitkräfte gelagert», sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Die ukrainische Führung habe bis heute keine Anfrage gestellt, die Toten zu überführen. Im Gegenteil, die russischen Truppen hätten unter den Leichen Minen entdeckt, mit denen der Container wohl auf Anweisung Kiews in die Luft gesprengt werden sollte, um Russland anzuschwärzen, behauptete Konaschenkow. Russland werde die Toten in Kürze Vertretern der Ukraine übergeben, erklärte er.

Zwei russische Soldaten wegen Angriffen auf Dörfer verurteilt

In der Ukraine sind zwei russische Soldaten wegen Angriffen auf Dörfer zu mehr als elf Jahren Haft verurteilt worden. Wie die Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine berichtete, wurden die beiden Soldaten Alexander Bobykin and Alexander Iwanow am Dienstag schuldig gesprochen, beim Beschuss zweier Dörfer in der ostukrainischen Region Charkiw gegen «die Gesetze und Gebräuche des Krieges» verstossen zu haben. Das Gericht verhängte Haftstrafen von elf Jahren und sechs Monaten gegen die beiden Angeklagten.

400 ukrainische Flüchtlinge haben eine Arbeitsbewilligung

Immer mehr ukrainische Flüchtlinge wollen arbeiten. Die Zahl der Gesuche um eine Arbeitsbewilligung hat in jüngster Zeit stark zugenommen. Das Zürcher Amt für Wirtschaft und Arbeit hat bisher über 400 Arbeitsbewilligungen erteilt. Ein grosser Teil der Ukrainerinnen und Ukrainer mit Schutzstatus S wird im Bildungsbereich tätig. Auch in der Gastronomie finden viele eine Stelle. Gemäss Angaben des Kantons würden sich die Stellen aber über alle Branchen hinweg verteilen.

Gazprom stellt Gaslieferungen an die Niederlande ein

Der russische staatliche Energieriese Gazprom hat nach eigenen Angaben die Gaslieferungen an die Niederlande eingestellt. Gazprom berief sich in seiner Entscheidung auf das Dekret von Präsident Wladimir Putin, wonach alle Käufer russischen Gases aus dem sogenannten unfreundlichen Ausland, wozu die EU-Länder aus Sicht Moskaus zählen, ihre Zahlungen ab April auf Rubel umstellen müssen. Über diese Umstellung seien die Geschäftspartner rechtzeitig informiert worden, betonte Gazprom. Bis Montagabend habe Gazprom Export von seinem niederländischen Partner, der GasTerra B.V., aber keine Rubelzahlungen erhalten.

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