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Droht das Einweggeschirr-Verbot?

Kantonsrat will bei grösseren Anlässen Mehrweggeschirr vorschreiben

Ein verbindliches Abfallkonzept bei Grossanlässen soll künftig grosse Müllberge vermeiden. Dies schlägt der Kantonsrat vor. Zudem soll Einweggeschirr aus Plastik an grösseren Veranstaltungen verboten werden.

Agentur
sda
Montag, 25. April 2022, 11:13 Uhr Droht das Einweggeschirr-Verbot?
Ein Abfallberg in der Natur.
So soll es künftig nicht mehr aussehen: Der Kantonsrat will Einweggeschirr an grösseren Veranstaltungen verbieten. (Symbolbild)
Foto: Keystone

Der Zürcher Kantonsrat will keine Abfallberge nach grösseren Veranstaltungen mehr: Neu sollen Anlässe auf öffentlichem Grund mit mehr als 300 Personen ein Abfallkonzept vorlegen müssen. Einweggeschirr aus Plastik soll verboten werden. Definitiv ist das allerdings noch nicht.

Das Parlament unterstützte eine Parlamentarische Initiative der GLP mit 77 Stimmen. 60 Stimmen waren nötig. Der Vorstoss geht nun an die zuständige Kommission. Dann kommt er erneut in den Rat.

Wird der Vorstoss umgesetzt, wird das kantonale Abfallgesetz um drei Paragrafen ergänzt. In diesen wird vorgeschrieben, dass Veranstalterinnen und Veranstalter von Anlässen mit über 300 Personen ein Abfallkonzept vorlegen müssen.

Erlaubt sind dabei nur noch Mehrweggeschirr und ökologische Einweg-Alternativen, etwa aus Holz. Einweggebinde aus Aluminium oder PET würden nur noch erlaubt, wenn sie separat gesammelt werden.

Ziel sei es, die Abfallberge nach grösseren Veranstaltungen zu reduzieren, sagte Daniela Güller (GLP, Zürich). Plastikabfall sei heute überall. SP-Kantonsrat Markus Bärtschiger (Schlieren) bezeichnete das Engagement im Kanton heute als «zu zögerlich». In Deutschland beispielsweise sei man da schon viel weiter.

FDP setzt auf «freiwilliges Umdenken»

Keine Unterstützung erhielt die Pflicht zum Mehrweggeschirr von der FDP. Die Forderung sei sympathisch, aber nicht alles müsse reguliert werden, sagte Marc Bourgeois (Zürich). «Ich beobachte bei vielen Veranstaltern ein freiwilliges Umdenken.»

Es sei auch nicht sinnvoll, wenn jedes Quartierfest ein Abfallkonzept erstellen müsse. Der Vorstoss sei zudem so detailliert, dass dies eher in kommunale Abfallverordnungen gehöre. Er sieht in der Forderung deshalb bereits einen Anwärter für den «Rostigen Paragraphen», also den Preis für das «dümmste Gesetz».

Auch Stadt Zürich setzt auf Freiwilligkeit

Auch in der Stadt Zürich wurde schon darüber diskutiert, ob Mehrweggeschirr an Anlässen vorgeschrieben werden soll. Die Verantwortlichen bei der Stadt kamen im vergangenen Juli aber zum Schluss, dass die Stadt lieber weiter auf Sensibilisierung, Beratung und freiwillige Massnahmen setzen will. Würde Plastik-Einweggeschirr auf kantonaler Ebene verboten, müsste sich die Stadt anpassen.

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