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Uster streicht Weihnachtsbeleuchtung – ein Weckruf zur richtigen Zeit

Ja, Sie haben recht: Das nützt doch nichts. Wieviel Strom wird denn damit gespart, wenn Uster der Bevölkerung ihre Weihnachtsbeleuchtung wegnimmt? Nicht viel. Wenn Uster alleine bleibt, ist es nicht viel. Aber wenn wir uns alle an der Nase nehmen, kann es helfen.

Michael
Kaspar
Mittwoch, 28. September 2022, 15:16 Uhr Kommentar

Alle Weihnachtsbeleuchtungen verbrauchen in der Schweiz jährlich rund 100 Millionen Kilowattstunden Strom. Das sind zwar nur zwei Prozent des gesamten Verbrauchs, aber 25'000 Haushalte könnten damit ein Jahr lang leben.

Die Stadt Uster geht nun mit gutem Beispiel voran. Der Entschluss ist mehr als eine blosse Reaktion auf den drohenden Strommangel im Winter. Es ist ein Weckruf, endlich Ernst zu machen und einen vernünftigen Umgang mit den Ressourcen zu finden.

Die Städte und Dörfer sind ebenso in der Pflicht, wie wir Warmduscher und Jacuzzi-Bader. Niemand will frieren und niemand (oder wenige) wollen kalt duschen. Aber an der Heizung drehen und nicht siebenmal in der Woche ein Vollbad nehmen ist für alle zumutbar. Notabene machen Beheizung und Warmwasserverbrauch von Gebäuden alleine rund 40 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs aus.

Hier gibt es wirksame Hebel, um erstens den Stromverbrauch und zweitens auch die Emissionen zu senken. Der wirksamste liegt aber bei unserem persönlichen Verhalten.

Aber Uster darf nicht alleine bleiben. Weihnachten ist das Fest der Solidarität und diese liegt nicht nur bei uns allen. Es liegt nun auch an den anderen Gemeinden und Städten, hier mitzuziehen. Der Vorwurf, es sei nur Symbolpolitik, wenn an der Weihnachtsbeleuchtung gespart werde, wäre eine Ausrede. Die Weihnachtsstimmung muss nicht darunter leiden. Weihnachten ist mehr als LED-Lämpli.

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