×
Wetzikon bewilligt Millionen-Baukredit

Abwasserreinigungsanlage soll künftig für Fernwärme sorgen

Nachdem ein Grossteil der Wetziker Ja zum Gegenvorschlag der «Fernwärme-Initiative» sagte, hat der Stadtrat nun einen entsprechende Umsetzungsvorschlag ausgearbeitet. Gemäss diesem soll die lokal vorhandene Energie genutzt werden.

Redaktion
Züriost
Montag, 19. September 2022, 16:00 Uhr Wetzikon bewilligt Millionen-Baukredit
Der Stadtrat Wetzikon hat einen Umsetzungsvorschlag für den Gegenvorschlag der KEZO Fernwärme ausgearbeitet.
Archivfoto: Christian Merz

Seit der Annahme im November 2020 des Gegenvorschlags zur KEZO Fernwärme-Initiative, in der auch die ARA-Fernwärme (Abwasserreinigungsanlage) aufgeführt ist, hat der Stadtrat einen Umsetzungsvorschlag für die Nutzung der ARA-Abwärme ausgearbeitet. Dieser liegt nun vor, wie die Stadt Wetzikon in einer Medienmitteilung schreibt.

«Das ARA-Fernwärme-Projekt ist ein wichtiges Element der gesamten Fernwärme-Strategie der Stadt Wetzikon, welches auch unabhängig von der KEZO Fernwärme-Initiative vorbereitet worden wäre», heisst es in dieser weiter. Mit der Annahme der Initiative wurde die ARA-Fernwärme mit dem voraussichtlich im November 2023 zur Abstimmung gelangenden Umsetzungsvorschlag der KEZO harmonisiert.

Aus gereinigtem Abwasser Energie gewinnen

Mit der Realisierung des Wärmeverbunds ARA wird die Nutzung lokal vorhandener Energie gesteigert, die Versorgungssicherheit erhöht und einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der energiepolitischen Ziele geleistet. Die Energie wird aus dem gereinigten Wasser der Abwasserreinigungsanlage gewonnen. Für die Ausführung hat der Stadtrat einen Baukredit von 16,3 Millionen Franken bewilligt.

«Mit der ARA-Wärme kann ein Grossteil des Gebiets Robenhausens versorgt werden», sagt Heinrich Vettiger, Stadtrat Tiefbau, Umwelt und Energie. Der schnell realisierbare Wärmeverbund ARA ist eine gute Möglichkeit für eine konkurrenzfähige, erneuerbare Wärmeversorgung.

Eine 2019 durchgeführte Kundenbefragung zeigt das grosse Interesse im definierten Einzugsgebiet des ARA-Wärmeverbunds ARA. Dieser besteht im Wesentlichen aus der bei der Abwasserreinigungsanlage errichteten Energiezentrale, den Wärmeleitungen und der Übergabestationen bei der Kundschaft.

Als Potenzial im gesamten Versorgungsgebiet werden rund 85 Energiebezügerinnen und Energiebezüger definiert, welche technisch und wirtschaftlich sinnvoll erschlossen werden können.

Angebaute Heizzentrale

Um die Energie aus dem gereinigten Wasser der Anlage gewinnen zu können, wird eine Heizzentrale auf dem ARA-Gelände an das neu zu erstellende Filtrationsgebäude der ARA angebaut. Damit können Synergien bei der Sanierung und Erweiterung der Abwasserreinigungsanlage genutzt werden, die Leitungswege des gereinigten Abwassers sind kurz und das Bauland wird optimal ausgenutzt.

Die Heizzentrale erzeugt aus dem gereinigten Abwasser der ARA mit zwei Wärmepumpen und zwei Gaskesseln die Wärme für den Wärmeverbund. In einer ersten Phase wird nur eine Wärmepumpe mit einer Leistung von 1'500 Kilowatt sowie die beiden Gaskessel mit einer Leistung von je 1'750 Kilowatt für die Spitzenlastabdeckung und als Backup 2 von 2 für den Ausfall der Wärmepumpe eingebaut.

Damit kann die geforderte und errechnete Anschlussleistung von 3'700 Kilowatt sichergestellt werden. Antrag und Weisung für den Baukredit zur Ausführung des Wärmeverbunds ARA gehen zur Beschlussfassung ans Parlament. Das letzte Wort zum Kredit hat die Wetziker Stimmbevölkerung an der Urne. (tas)

Kommentar schreiben