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Nach Monster-Fund in Maur

Rekordmässiger Riesen-Wels endet in Tierkadaverstelle

Ein Fisch so gross wie ein Mensch wurde letztes Wochenende in Maur im Greifensee tot angeschwemmt. Anders wie sich die Wels-Finder das erhofften, wurde der Fisch «entsorgt» und landete neben hunderten von anderen Kadavern.

Nina
Stangier
Montag, 16. August 2021, 17:14 Uhr Nach Monster-Fund in Maur

Es war ein monstermässiger Fund: Die Saisoncamper Ursi Ingold und Andy Oppliger staunten nicht schlecht, als sie am Samstag beim Stand-Up-Paddeln im Greifensee einen Riesen-Wels im Schilf entdeckten. «Als wir sahen, wie gross der Fisch war, ging ich auf der Stelle ins Wasser, um den Wels von Nahem zu betrachten», sagt Oppliger.

Kurz zuvor seien sie auf dem Campingplatz in Maur darauf aufmerksam gemacht worden, dass ein grösserer, toter Fisch im Wasser treibe. Oppliger und Ingold machten sich sofort auf den Weg zur Fundstelle. «Wir sind mit unseren Paddels ins Wasser und haben Fotos gemacht, um zeigen zu können, wie riesig der Fisch wirklich ist.» Schon zu diesem Zeitpunkt ahnte Oppliger, dass es sich um einen besonderen Wels-Fund handeln könnte. Seine Entdeckung meldete Oppliger umgehend einer grösseren Schweizer Zeitung.

Beissender Verwesungsgeruch

Diese biss umgehend an: Am Sonntag gingen die beiden Saisoncamper nochmals in Begleitung eines Blick-Reporters zur Fundstelle und sprangen erneut ins Wasser zum toten Monsterfisch. «Da hat der Fisch dann schon deutlich mehr gestunken», sagt Oppliger. Innerhalb von einem Tag sei der Verwesungsprozess enorm schnell angestiegen. Am selben Tag habe dann der «Blick»-Reporter bei der Seepolizei Zürich den Fund gemeldet. Diese habe erst zu diesem Zeitpunkt vom toten Wels erfahren.

Einer unter tausenden von Kadavern

Auf die Meldung habe die Seepolizei dann aber direkt Kontakt mit dem diensthabenden Fischereiaufseher des Greifensees aufgenommen. «Die Seepolizei hat in Absprache mit der Fischereiaufsicht beschlossen, den Wels in der Tierkadaverstelle zu entsorgen», sagt der für den Greifensee zuständige Fischereiaufseher Christoph Quinter.

Dies sei das normale Vorgehen bei einem solchen Fund. «Der Fisch war schon am Verwesen. Es gab keine Gründe, den Kadaver nicht sofort zu entsorgen.» Die Seepolizei schleppte den Wels deshalb von Maur über den Greifensee bis nach Uster ab und übergab ihn an die Kadaversammelstelle bei der ARA. Die Grösse des Fisches sei nicht gemessen worden.

«Es ist schade, dass der Fisch einfach so entsorgt wurde»

Andy Oppliger, Riesen-Wels-Finder

Oppliger bedauert, dass nicht mehr Untersuchungen an dem Fund gemacht wurden. «Ich hätte gerne die genaue Grösse des Fisches gewusst. Es ist schade, dass der Wels einfach so entsorgt wurde», sagt Oppliger.

Dank der Paddels, die auf eine Länge von 195 cm eingestellt waren, konnte Oppliger die Grösse des Fisches ungefähr abschätzen. «Der Wels überragte mein Paddel um ein grosses Stück. Ich würde ihn daher sicher auf knapp zweieinhalb Meter schätzen», sagt Oppliger.

Eines der grösseren Exemplare

Auch Fischereiaufseher Quinter ist vom Riesenfisch überwältigt. «Dieser Wels gehört zu einem der grössten Exemplare, die ich jemals im Greifensee gesehen habe.»  

Unter optimalen Voraussetzungen könnten Welse bis zu 80 Jahre alt werden, sagt Quinter. Im Po-Delta hätte ein zwei Meter langer Wels beispielsweise ein Alter von 15 Jahren. «Eine genaue Alterseinschätzung des Welses von Maur kann ich jedoch nicht geben.» Älter wie 25 Jahre kann der Fisch jedoch nicht sein, da Welse erst seit dann überhaupt im Greifensee zu finden sind. Schuld daran sind die Menschen, die ihn etwa vor einem viertel Jahrhundert unerlaubterweise im Greifensee aussetzten. Die genaue Grösse und das Alter des Riesen-Wels werden somit also für immer ungewiss bleiben.

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