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Turbenthaler Ballonpilot

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Die Corona-Pandemie macht auch vor Heissluftballon-Wettbewerben nicht Halt. Dies bekam auch der Turbenthaler Pilot Roman Hugi zu spüren. Trotzdem kann er auf besondere Erlebnisse zurückblicken.

Redaktion
Züriost
Dienstag, 23. Februar 2021, 19:02 Uhr Turbenthaler Ballonpilot

Der diesjährige Valentinstag bescherte den Menschen viel Sonne und mit dem winterlichen Kleid eine schöne Kulisse für allerlei sportliche Aktivitäten. So animiert, unternahm Roman Hugi mit seinem Heissluftballon eine Trainingsfahrt.

Dabei setzte er zu einem kurzen Stopp beim Weiler Seelmatten an, wo seine Ehefrau Helen zu stieg. Sie war an diesem Nachmittag im Begleitfahrzeug zusammen mit dem Schwiegervater Christian Hugi unterwegs, das letzte Wegstück wollte sie noch mitfahren.

«Es hat Spass gemacht, auf das Dorf zuzusteuern.»

Roman Hugi, Pilot

Eine Handvoll Zuschauer genoss den unterhaltenden Moment, als der Ballon grösser werdend vom Chabishaupt her näher kam. «Es hat Spass gemacht, auf das Dorf zuzusteuern, und dort meine Frau abzuholen», erzählt der Pilot, der schon seit gut zehn Jahren das Ballonfahren zu seiner Leidenschaft zählt. Sie wurde ihm, wie vielen seiner Kollegen ebenfalls, durch den Vater weitergegeben.

Tolle Erlebnisse im 2020

Hinter Roman Hugi liegt ein spezielles Jahr, denn die Wettkämpfe für Ballonfahrer kamen weitgehend zum Erliegen. Doch bescherten ihm die Corona-Umstände ein einzigartiges Highlight. Ende Mai war er dabei, als insgesamt drei Heissluftballone über den Flughafen Zürich hatten fahren dürfen. Ein Erlebnis, das es kaum jemals wieder geben wird, denn nachträglich wurde solches von höheren Ebenen untersagt.

Der Flughafen Zürich am 30. Mai 2020...
...für Hugi war es ein einzigartiges Erlebnis, mit dem Ballon über den Flugplatz zu schweben. (Fotos: Roman Hugi)

Die Ballonfahrer indes konnten an jenem Tag Bilder machen von einem Flughafen, auf dem die Flieger standen, statt in die Lüfte abzuheben. Überboten wurde für Hugi diese Episode dann aber noch durch die Geburt des Sohnes im Dezember. Praktisch zeitgleich beendete er zudem die langjährige Arbeit bei den Sozialen Diensten in der Gemeinde Seuzach. Schon bald tritt er eine neue berufliche Herausforderung im Bezirk Pfäffikon an. 

Enttäuschung und neue Wettbewerbsformen

Blendet man zurück auf die letzte Europameisterschaft auf Mallorca im Oktober 2019, war der Turbenthaler vor dem Finish auf dem zweiten Zwischenrang. Durch widrige Umstände misslang die letzte Fahrt, es wurde «nur» der fünfte Rang. «Nur» bedeutet hier allerdings unter den ersten in einem internationalen Wettbewerb zu sein. Die Enttäuschung nagte schon etwas, für die Saison 2020 wollte sich Hugi daher mit viel Engagement auf neue Wettkämpfe vorbereiten.

Doch dann kam Corona! Dem Virus fiel dann auch die auf September terminierte Weltmeisterschaft in Slowenien zum Opfer, mittlerweile hat man sie gar auf 2022 festgelegt. Eine Genugtuung gab es für Hugi aber dennoch. Im Sommer, als in Thüringen unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein Wettbewerb stattfand, konnte er diesen gewinnen.

Neue Art von Wettkämpfen

Um die Motivation der sportlichen Ballonfahrer hochzuhalten, kreierten zwei Organisationen neue Möglichkeiten, sich mit anderen Fahrern zu messen. «Early Birds» aus Belgien und «Balloon Live Contet», bestehend aus Ballonverbänden von Deutschland, Österreich und der Schweiz, lancierten Möglichkeiten. Diese Art von Ballonwettkämpfen unterschied sich von allem bisher dagewesenen.

«Der Kontakt zu den Kollegen fehlt.»

Roman Hugi

Für die unterschiedlichen Bedingungen mussten die Aufgaben so gestellt werden, dass sie an verschiedenen Orten fahrbar waren, umschreibt Hugi diese Neuheiten. Und freut sich, dass er eine dieser dezentralen Wettbewerbsfahrten hatte gewinnen können. Doch: «Der Kontakt zu den Kollegen fehlt.» Und wohl das Gesamtpacket mit den Reisen zu den unterschiedlichen Austragungsorten, was ihm grundsätzlich Spass macht.

Weltmeisterschaft in Japan

Für die Weltmeisterschaften ging es 2016 nach Japan, sie sind Hugi in bester Erinnerung: «Japan ist noch pünktlicher als die Schweiz, sehr gut durchorganisiert und das Fernsehen war den ganzen Tag anwesend.» In einem solchen Umfeld spielen Sponsoren wie die beiden Unternehmen FIBOX und PowerFood, die den Turbenthaler Sportsmann unterstützen, eine ganz andere Musik. Ihre Werbung befindet sich auf den Ballon-Hüllen, an deren Herstellungskosten sie einen finanziellen Beitrag leisteten.

Mit insgesamt drei Heissluftballons ist Roman Hugi gut ausgerüstet. Der grösste bietet Platz für Passagiere, die er aber nur noch sporadisch mitnimmt. Der zweite ist ein Racer für Wettkämpfe, dazu kommt der kleinste, der «Renngeiss» genannt wird. Die Geräte und der Pilot wären also bereit für sportliche Wettkämpfe – was nun aber fehlt, das ist die Normalität dafür. (Renate Gutknecht)  

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