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Swiss-Leaders-Senioren lassen sich über Mütterzentrum Bern-West informieren

Die Swiss-Leader-Senioren besuchten im Restaurant Tobel in Tann einen Vortrag.
Die Swiss-Leaders-Senioren besuchten im Restaurant Tobel in Tann einen Vortrag. (Foto: Swiss-Leader-Senioren)
Leserbeitrag

Am Donnerstag, 8. September, fanden sich 23 Interessierte (17 Senioreninnen und Senioren von Swiss-Leaders Zürcher Oberland und sechs Gäste) im Restaurant Tobel in Tann zu einem aussergewöhnlichen Vortrag ein.

Frau Sonja Pihan, Operationsfachfrau mit Studien in religiösen Wissenschaften und Sozialanthropologie, führte die Gruppe in die Arbeit des Mütterzentrums Bern ein. Desweiteren ist sie noch die Co-Geschäftsleiterin der Sora für Familien und Erwachsene. (Sora erbringt sozialraumorientierte Unterstützung-, Beratung- und Betreuungsdienstleistungen).

Mütterzentren (MüZe) geben Hilfe in schwierigen und belastenden Lebenssituationen. Das Mütterzentrum Bern-West wurde 1988 als erstes Zentrum in der Schweiz eröffnet und ist im Gegensatz zu anderen Mütterzentren noch als einziges in Betrieb. Das Gebiet Bern-Bethlehem-West ist ein Gebiet mit vielen Plattenbauten und zeichnet sich durch eine kulturelle Lebendigkeit aus, die auch einen hohen Integrationsbedarf der verschiedenen Kulturen und Armutsbetroffene ausweist.

Das «MüZe» richtet sich an Personen, die sozioökologisch benachteiligt sind und bietet ein breites Unterstützungsangebot für Frauen und Kinder. 2014 fand ein öffentlicher Auftritt vor dem Bundeshaus statt. Seit 2020 wird das Mütterzentrum von der Stadt Bern mit 600‘000 Franken unterstützt.

Die Professionalität des Mütterzentrums ist sozialraum-, lösungs- und  ressourcenorientiert. Der Zugang zum Angebot ist niederschwellig, das heisst in leichtem Deutsch, fast kostenlos, ohne Anmeldung möglich und beinhaltet eine liebevolle und kompetente Kinderbetreuung während der Gespräche mit berufstätigen Müttern.

Die Zielgruppe hat ein geringes Einkommen, lebt oft alleine zuhause und hat zu einem Drittel einen Migrationshintergrund mit Familiennachzug.

Benötigte Informationen für die Unterstützung werden in einem Erstgespräch mit Dolmetschern ermittelt. Danach unterstützten sich die Frauen gegenseitig. Jährlich werden etwa 17‘000 Besucherinnen durch ein Team von 24 Mitarbeiterinnen betreut. Diese kommen meist aus muslimischen und afrikanischen Ländern. Sie sind vielsprachig und in der Regel im Stundenlohn zwischen 25 bis 29 Franken angestellt. Diese Vermittlerinnen sind interkulturell und geben auch Impulse für die Zielgruppe. Für Frauen und ihre Kinder haben sie von morgens bis abends ein offenes Ohr.

Weitere Förderungen finden in Gesprächen am runden Tisch statt. Angebote zum erlernen der deutschen Sprache und Informationen über das Leben in der Schweiz, werden angeboten und finden im regen Austausch mit anderen Betroffenen statt, welche schon länger in der Schweiz leben. Tabuthemen wie häusliche Gewalt, Armutsbetroffenheit, Beschneidungen sowie Beschwerden von Mädchen, setzen ein enormes Vertrauensverhältnis voraus und werden meistens vor Ort besprochen.

Im Kinderhütedienst lernen die Kinder frei zu sprechen und zu spielen. Die Mütter erlangen Fähigkeiten darin, ihre Kinder fremd betreuen zu lassen, was später für die Kita-Betreuung von grossem Vorteil ist. Kinder werden auch auf den Kindergarten vorbereitet. Sie lernen zum Beispiel auch Schuhe zu binden oder den Umgang mit Reisverschlüssen.

Das Mütterzentrum ist unter dem gleichen Dach mit Institutionen und Ämtern, welche auf anderen sozialen und ähnlichen Gebieten Hilfe bieten (Mutter/Kind-, Väter- und Mütter-Beratung, Sucht-Beratung, Informationen betreffend Quartiertreff, Arbeitsintegration, Amt für Kinder- und Erwachsenenschutz der Stadt Bern, Amt für Gleichstellung). Deshalb fällt es leicht, diese Stellen schnell und unkompliziert mit einzubeziehen. Das Mütterzentrum reflektiert laufend seine Angebote, auf Zeitgemässheit oder Änderungen.

Anschliessend an ihren Vortrag, beantwortete die Referentin noch zahlreiche Fragen aus dem Publikum.

Der Präsident Ugo Pasquon bedankte sich anschliessend recht herzlich bei Frau Pihan für den sehr interessanten Vortrag und wünschte ihr weiterhin viel Kraft für ihre Integrationsarbeit. Im Weiteren vermeldete er die September-Geburtstage einiger Mitglieder und machte auf die nächste Besichtigung des Pilzbetriebes Fine Funghi in Gossau aufmerksam.

Weitere Informationen unter: www.swissleaders.ch/zueri-land/

Ort:
8623 Wetzikon