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Swiss-Leaders-Senioren besuchten das Kloster Rapperswil

Am Donnerstag, 9. Juni, besuchten 23 Mitglieder und ach Gäste von Swiss-Leader Züri-Oberland, das Kloster Rapperswil.
Die Swiss-Leaders-Senioren erhielten eine interessante Führung durch das Kloster Rapperswil. (Foto: Swiss-Leaders-Senioren)
Leserbeitrag

Am Donnerstag, 9. Juni, besuchten 23 Mitglieder und ach Gäste von Swiss-Leader Züri-Oberland, das Kloster Rapperswil. Bruder Kletus verstand es, an Hand seines Werdeganges, das Wesen des Kapuzinerordens zu erklären. Das Einflechten persönlicher Details machte den Vortrag kurzweilig. Die Kapuziner beschrieb er als «einfach strukturiert» - im Gegensatz zu den hochgebildeten Jesuiten.

Extra für die Führung hat er die braune Kutte des Kapuziners angelegt, mitsamt den drei Knoten, die für Gehorsam, Ehelosigkeit und Verzicht auf Eigentum stehen. Diese Kutte tragen Kapuziner ausserhalb des Klosters nicht.

Bruder Kletus wechselte zwischen Berufsleben und einem Klosterleben auf Zeit (unter anderem in Engelberg), studierte Theologie, war in der Seelsorge tätig, bis er schliesslich die sogenannte «Ewige Profess» ablegte. Die Kapuziner sind eine Untergruppe des Franziskanerordens.

Der Franziskanerorden wurde im zwölften Jahrhundert von Franz von Assisi gegründet. Dieser wuchs als wohlhabender Jüngling auf, geriet im Krieg in Gefangenschaft. Nachdem er freigekauft worden war, änderte er sein Leben radikal, kümmerte sich um Aussätzige und gründete den nach ihm benannten Orden.

Ein berühmtes Mitglied dieses Ordens war der heilige Antonius von Padua. Dieser ist bekannt als der Schutzheilige aller, die etwas verloren haben und verzweifelt suchen. In der Antoniusgrotte neben dem Kirchenschiff bestand die Möglichkeit, ihm etwas zu spenden.

Die Kapuziner kamen in der Pestzeit aus Italien und sind ein Bettelorden. Das hat man sich allerdings nicht so vorzustellen, dass sie einem in der Stadt begegnen und anbetteln. Es bedeutet, dass der Orden kein Land besitzt. Seine Klöster wurden auf gemietetem Gelände erstellt.

Da die Kapuziner kein Geld besitzen, sind die Kirchen nicht luxuriös ausgestattet: sie haben einen schlichten Altar aus Holz, die Kirchendecke besteht aus Holz, es gibt kein Chorgestühl, es gibt nur eine kleine Glocke und keinen Kirchturm.

An den Kirchenraum schliesst sich der hintere Chor an, in dem die Brüder im Verborgenen beten, gegenüber befindet sich das Refektorium (der Speisesaal) als einzig geheizter Saal. Darüber angeordnet sind die Zellen der Brüder.

Typisch für die Kapuziner ist, dass sie reisen und das Kloster öfters wechseln. Zu den Kapuzinern gehören auch Frauengruppen, wie die Ingenbohler- oder die  Menzinger-Schwestern.

Das Kloster Rapperswil wurde im Jahr 1602 auf einem sumpfigen und – wie es hiess –  «unnützigen» Platz gegründet. Da seinerzeit zwischen dem katholischen Rapperswil und dem reformierten Zürich ständig Zwist herrschte, durfte das Kloster selbstverständlich nicht an der Hauptstrasse nach Zürich errichtet werden. Man wollte die Zürcher keinesfalls provozieren.

Das Kloster gehört der Stadt Rapperswil und wird von ihr auch unterhalten. Ein sehr bekannter Rosengarten lädt zum Verweilen ein. Rapperswil wird auch die «Rosenstadt» genannt. Bruder Kletus ist hier einer von insgesamt sechs Klosterbrüdern. Jeder Bruder hat ein «Ämtli».

In der Schweiz gibt es noch zehn Kapuzinerklöster, darin leben 87 Kapuziner. Das Durchschnittsalter beträgt 77 Jahre, was bedeutet, dass die Entnahmen aus der AHV grösser sind als die Einzahlungen.

Wovon lebt das Kloster? Als sogenanntes «Kloster zum mitleben» beherbergt es Gäste und führt Themenwochenenden oder Kurse durch. Eingeladen sind alle, auch Atheisten.

Der Tagesablauf ist geprägt durch die Besucher: um 6.45 Uhr das erste Gebet, um 21.30 Uhr das Nachtgebet, dazwischen Zeiten für Meditation sowie Arbeit. Dazu kommen die Einkünfte der Klosterbrüder von ihrer Tätigkeit ausserhalb des Klosters.

Jeder Bruder erhält zur Deckung des privaten Bedarfs ein kleines Sackgeld; das kann individuell verschieden ausfallen. 

Nachdem das Refektorium mit seiner 400 Jahre alten Holzdecke besichtigt worden war, konnte noch von der wunderbaren Terrasse aus ein Blick auf die im 17. Jahrhundert erbaute Befestigung geworfen werden. Diese war nötig wegen der Belagerung Rapperswils durch die Zürcher. Obwohl das Kloster ausserhalb der Stadt gelegen war, blieb es von Treffern verschont.

Ein Besuch im Klosterladen rundete diese gelungene Führung ab. Yvonne Bucher und Ugo Pasquon vom Vorstand, bedankten sich recht herzlich bei Bruder Kletus für die interessanten Ausführungen und den lehrreichen Rundgang.

Anschliessend fand im Restaurant «Rare Street Coffee», in dem der Präsident Ugo Pasquon noch über einige Vereinsaktivitäten informierte, dieser erlebnisreiche Nachmittag einen gemütlichen Abschluss.

www.swissleaders.ch

Ort:
8620 Wetzikon