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Wenig Lohn, viel Stress, schlechtes Image

Pflegeheime gehen am Stock

Nur etwa die Hälfte des Pflege- und Betreuungspersonals in Alters- und Pflegeheimen ist mit dem Lohn zufrieden. Ein Viertel erwägt, den Beruf zu wechseln. Das zeigen Zahlen vor Corona aus dem Jahr 2018. Mittlerweile dürfte der Befund noch alarmierender sein.

Agentur
sda
Dienstag, 12. Oktober 2021, 10:38 Uhr Wenig Lohn, viel Stress, schlechtes Image
Ein Grossteil der älteren Menschen braucht eine Pflegeperson. Doch die kämpfen oftmals selbst mit Problemen.
Foto: Pixabay/Gerd Altmann

Im Grunde genommen ist die Zufriedenheit des Pflegepersonals genau so hoch (84 Prozent) wie in anderen Berufsfeldern. Doch das Problem steckt im Detail, wie ein jetzt veröffentlichter Bericht des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) zeigt.

Denn 22 Prozent des Personals ist unzufrieden mit den Arbeitszeiten, 24 Prozent klagen über Erschöpfung, 22 Prozent haben starke Rückenschmerzen und bis zu 40 Prozent des Personals sieht sein Privatleben mehr oder weniger stark durch die Arbeitsbelastung beeinträchtigt.

Mehr Geld und besseres Image nötig

Das wirkt sich auf die Rekrutierung aus: Fast alle Heimleitungen (94 Prozent) bekunden Mühe, Personen mit einem Abschluss einer Fachhochschule oder höheren Fachschule zu finden. Stellen für nicht qualifizierte Hilfskräfte lassen sich viel leichter besetzen. Nur 12 Prozent der Verantwortlichen berichten hier von Problemen.

Die Zahlen aus dem Jahr 2018 zeigen, dass das Pflege- und Betreuungspersonal bereits vor der Covid-19-Pandemie stark unter Druck stand.

Die Schlussfolgerung der Autoren des Berichts lautet deshalb: Die Branche benötigt höhere Löhne und ein besseres Image. Es herrsche immer noch die veraltete Ansicht vor, Ausbildung und Arbeit in der Langzeitpflege seien weniger anspruchsvoll als in der Akutpflege.

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