×
Social Media sei Dank

Der Bubble-Tea-Trend kommt nach Uster

Seit Juli kann man im Ustermer Zentrum den trendigen Bubble Tea im neuen Laden «Queen's Tea» probieren. Betriebsleiterin Lilli Trinh glaubt, dass der Trend dieses Mal länger anhält.

Lea
Chiapolini
Dienstag, 27. September 2022, 08:00 Uhr Social Media sei Dank

Im «Queen’s Tea» in Uster ein Getränk zu bestellen, ist gar nicht mal so einfach. Denn die Tees, die man bei Betriebsleiterin Lilli Trinh kauft, kann man nämlich auch kauen.

Boba heissen die kleinen Kügelchen, die mit in den Becher gegeben werden. Es gibt sie in verschiedenen Geschmacksrichtungen: Mit Fruchtsirup gefüllte «Popping Boba», die beim Zerbeissen platzen oder festere Tapiokakugeln aus Maniokstärke, die schwarzen Gummibärchen ähneln.

Insgesamt sind es vier Komponenten, die einen «Bubble Tea» ausmachen: Die Teebasis, der Sirup, die Boba-Kügelchen plus je nach dem Fruchtstücke. Was am Schluss dabei herauskommt, ist eine süsse Kreation, die mit einem breiten Röhrchen getrunken wird, und die kalorientechnisch auch als Dessert durchgehen könnte.

«Mittlerweile sind wir davon weggekommen, die Kunden ganz frei alle vier Schritte wählen zu lassen und haben einige konkrete Vorschläge für mögliche Kombinationen angebracht wie etwa Wassermelone-Schwarztee mit Erdbeer-Boba», sagt Lilli Trinh. Die schwarzen Tapiokakugeln werden meist mit Schwarz- oder Grüntee kombiniert, der mit Milch vermischt wird.

Die Bobakugeln werden aus Taiwan angeliefert, wo der Bubble Tea seinen Ursprung hat. Nähere Lieferanten gäbe es gar nicht. Und obwohl in Asien der Milchtee fast ausschliesslich mit Milchpulver zubereitet wird, kommt bei «Queen’s Tea» nur frische Milch zum Einsatz. «Wir sind hier in der Schweiz, da muss man niemandem mit Milchpulver kommen», sagt Trinh.

Premiere vor zehn Jahren 

Sie hat ihren ersten Bubble Tea vor rund zehn Jahren in Zürich getrunken. «Damals tauchte das Getränk zum ersten Mal überhaupt in der Schweiz auf – alle pilgerten in die wenigen Läden, die es gab, um die Neuheit zu probieren.» Doch der Trend hielt nicht lange an, viele der Verkaufsstellen schlossen wieder.

Dass Bubble Tea seit einiger Zeit ein kleines Revival erlebt, erklärt sich Trinh mit den Sozialen Medien. «Mit einem farbigen Getränk zu posieren, ist guter Content für Instagram oder TikTok. Vor zehn Jahren hatten solche Plattformen noch keinen derartigen Stellenwert.»

Neuer Laden "Queen's Tea" in Uster verkauft Bubble Tea
Eine kleine Auswahl asiatischer Produkte wie Mochi werden ebenfalls im Laden verkauft. (Foto: Lea Chiapolini)

Ein «aufgewärmter» Boom also, auf den sie nun aufbauen will. Die Idee zum Laden sei allerdings von ihrer Cousine Le Van Cai gekommen. Sie betreibt in Uster und Bülach die Nagelstudios «Queen’s Nails». «In Bülach haben wir im letzten Dezember die Hälfte der Fläche des Nagelstudios zu einem Bubble-Tea-Laden umgebaut», sagt Trinh.

Da dieser so gut gelaufen sei, habe man schnell den Entscheid gefällt, noch weiter zu expandieren. «Und da es im Oberland noch kein vergleichbares Angebot gibt, fiel der Entscheid schnell auf Uster.» Zwar biete das «Yulu Teahouse» in Uster auch Boba an. «Aber der Hauptfokus liegt bei ihnen auf traditionellem Tee.»

«Selfie-Wand» im Laden 

Seit der Eröffnung im Juli läuft das Geschäft, das direkt neben dem Illuster liegt, also auch in Uster. «Zu Beginn haben wir noch Sandwiches angeboten, haben aber schnell gemerkt, dass die Kunden eigentlich nur für die Getränke zu uns kommen», sagt Lilli Trinh.

Neben Bubble Tea steht unter anderem auch vietnamesischer Kaffee – mit viel Kondensmilch zubereitet – auf der Karte. Dazu kommt eine kleine Auswahl an Produkten wie Ramen Nudeln, Algenchips oder spezielle Eistees aus verschiedenen asiatischen Ländern.

Neuer Laden "Queen's Tea" in Uster verkauft Bubble Tea. Von links nach rechts: Le Van Cai, Diana Cai, Lilli Trinh
Eine ganze Wand, extra für schöne Fotos - so geht Inneneinrichtung in Zeiten von Social Media. (Foto: Lea Chiapolini)

Um dem Instagram- und TikTok-Hype gerecht zu werden, haben Lilli Trinh und Le Van Cai eine Wand im Laden so gestaltet, dass sie dazu einlädt, Selfies mit den Getränken zu schiessen: Grün bewachsen, mit leuchtender Neonschrift und einem Spiegel versehen.

Und der Plan scheint aufzugehen, es werden fleissig Bilder geschossen und online geteilt. Noch gibt es auch für den Laden nur Instagram-Profil und keine Website. Trinh: «Es macht irgendwie auch keinen Sinn, nur für ein Produkt eine Website zu erstellen. Das wäre dann irgendwie etwas mager.» Aber was nicht ist, könne ja noch kommen.

Zwar trage sie die Angst, dass auch dieses Mal der Trend schnell wieder abflachen könnte, immer etwas im Hinterkopf herum. «Wir müssen einfach flexibel bleiben und unser Angebot allenfalls anpassen», sagt Trinh. «Dann gibt es immer jemand, der bei uns vorbeikommt.»

Kommentar schreiben