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Züriost-Blog

Warum ich nach einem Tag Homeoffice im Chrüzlistich sehe

Redaktion
Züriost
Sonntag, 17. Januar 2021, 11:31 Uhr Züriost-Blog

6.20 Aufstehen, Geschirrspüler ausräumen.

6.30 Kinder wecken.

6.45 Anziehen.

7.00 Zmorge.

7.15 Allen die Zähne putzen.

7.45 Kinder zur Schule schicken.

8.00 Kurze Runde auf dem Vitaparcours.

8.30 Duschen.

8.45 Kaffee parat machen, Compi hochfahren.

9.00 Workshop-Start im Plenum.

10.00 «Kaffeepause»; in den Beck joggen und Salat und Sandwiches zum Zmittag holen.

10.10 Vorträgen zuhören.

11.00 «Pause»: Tisch decken.

11.30 Gruppenarbeit.

11.55 Plenum.

12.00 «Mittagspause»: Sandwiches nett anrichten und der Tochter liebevoll mit Ketchup veredeln.

12.10 Anruf von der noch ungeimpften Mutter; leichte Besorgnis, aber sie hat nur eine falsche Taste gedrückt.

12.15 Kinder treffen ein. Zmittag darreichen.

12.45 Kinder an ihre Nachittagspflichten erinnern, Abräumen.

12.55 Kaffee rauslassen. Parallel die Ufzgi der Tochter abhören: «Bruder Jakob» auf der Mundharmonika üben, rockige Version. Loben nicht vergessen.

13.00 Zurück an den Compi, Notizen aus Gruppenarbeit ins Reine schreiben.

13.20 Den Sohn Englischwörter abfragen.

13.30 Englisch unterbrechen, weil Workshop im Plenum weitergeht.

13.40 Gruppenarbeit, Denken. Kinder bei geschlossenem Mikrofon nach Stand bei Ufzgi, Aufräumen und Gitarre üben fragen.

14.30 Präsentation der Gruppenarbeit.

14.30 (Ja, genau gleichzeitig) Anfrage von Sohn abwehren, der ein neues Game herunterladen will.

14.35 Sohn entschlossen aus dem Bild schieben.

14.45 Anderen Präsentationen zuhören (niemand muss aus dem Bild geschoben werden).

14.50 Anfrage der Tochter, sie wolle mit dem Nachbarsbub abmachen, beantworten.

14.55 Umdenken, weil der Nachbar nicht da ist.

15.00 «Minipause»: Tochter den Skihelm aus dem Keller holen und Skikleider anziehen helfen, sie besucht eine Freundin zum Schlitteln am Hügel. Den Sohn für sein Gitarrenspiel loben.

15.05 Anfrage des Sohnes behandeln, er will zum Nachbarn. Genehmigt.

15.10 Workshop im Plenum.

16.00 Workshop zu Ende, die Kollegen und Kolleginnen öffnen ihre Feierabendbiere.

16.10 Den Sohn beim Nachbarn aufsuchen und bekannt geben, man gehe (jogge!) kurz in den Coop.

16.15 Im Coop einen gesunden, ausgewogenen Znacht kaufen (mit Zutaten für Toast Hawaii und Salat zurückkehren).

16.30 Sohn beim Nachbarn abholen.

16.35 Restliche Englischwörter abfragen.

16.50 Sohn Judokleider packen lassen und zur Nachbarin in die Japanischstunde schicken.

16.55 Eine Sprachnachricht der an Corona erkrankten Schwester abhören.

17.00 Podcast-Teamsitzung am Compi.

17.05 Tochter kommt plotschnass zur Tür herein. Herzlich begrüssen, sie bitten, die nassen Sachen in die Badewanne zu schmeissen, ihr einen Zvieri parat legen.

17.10 Zurück an den Compi in der Hoffnung, rechtzeitig zum eigenen Mini-Vortrag zu kommen.

17.15 Mini-Vortrag.

17.15 (Ja, parallel) Anfrage der Tochter beantworten, ob sie zum Zvieri nach dem Mandarinli noch Marshmallows essen dürfe. Mitten im Vortragssatz nicken.

17.16 Im nächsten Vortragssatz drei Finger hochhalten auf die Frage der Tochter, wie viele Marshmallows sie essen dürfe.

17.25 Gruppendiskussion des Mini-Vortrags.

17.55 Ende der Sitzung.

18.00 Liebevoll Toast Hawaii belegen, Tisch decken.

18.10 Ein Mail beantworten.

18.15 Nachricht vom Ehemann lesen, er verspätet sich wegen des Schnees.

18.20 Den neusten Lieblingssong der Tochter anhören.

18.30 Tochter warm anziehen, selbst warm anziehen, raus.

18.35 Auto vom Schnee befreien.

18.45 Zum Dojo des Sohnes fahren, im Schritttempo. Dabei die Musikwünsche der Tochter erfüllen.

18.55 Beim Dojo eintreffen.

19.00 Den Sohn und seinen Kollegen in Empfang nehmen.

19.05 Im Schritttempo heimfahren.

19.15 Die vom Ehemann fertig gestellten Toasts essen.

19.45 Kinder Richtung Bett schicken.

20.00 Aufräumen und Abwaschen.

20.05 Znüni vorbereiten.

20.15 Den Leoparden der Tochter zudecken, er hat hohes Fieber.

20.20 Wäsche im Keller abhängen. 

20.25 Znüni fertig stellen.

20.30 Ups, habe ja noch einen Blogtext abzugeben…

Isabelle Maissen fragt nicht, ob sich Beruf und Familie vereinen lassen. Sie packt einfach alles ins Leben, was ihr wichtig scheint: Den abenteuerlichen Alltag mit zwei Schulkindern, einen Job, der jeden Tag anders daherkommt und viel Auslauf in Form von sportlicher Betätigung. Manchmal liegt auch etwas Schlaf drin. Der Ehemann «hilft» nicht im Haushalt, sondern erledigt genauso selbstverständlich seine Hälfte, wie sie ihre Hälfte zum Einkommen beiträgt. Die Ehe funktioniert trotzdem und die Kinder wirken soweit unbeschädigt.

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