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Dank Wagerenhof-Projekt: Strahlegg wird wiederbelebt

Das Projekt der Stiftung Wagerenhof auf der Strahlegg kann weitergehen. Der Regierungsrat bewilligte einen Eintrag im regionalen Richtplan. Die Stiftung und die Gemeinde Fischenthal sind erfreut.

Dienstag, 13. Dezember 2016, 19:47 Uhr
Strahlegg-Projekt: Im umgebauten Gasholzschopf neben dem Restaurant Sennhütte sollen im Jahr 2018 Menschen mit Beeinträchtigung leben. (Bild: Christian Merz)

Die Stiftung Wagerenhof aus Uster kommt der Verwirklichung ihres Projekts ein Stück näher. In der Fischenthaler Aussenwacht Strahlegg will sie für Menschen mit einer geistigen und mehrfachen Beeinträchtigung eine Dependance aufbauen. Grund: Der steigende Platzbedarf für kognitiv beeinträchtigte Menschen, die Struktur und Ruhe benötigen.

Die Stiftung plant für diese Menschen und das Betreuungspersonal einen Wohn- und Lebensraum. Dazu gehören drei Objekte: das Schulhaus Strahlegg, der stillgelegte Bauernhof Bärloch und der Gasholzschopf neben dem Restaurant Sennhütte. Im früheren Schulhaus, das trotz viel Protest der Strahlegger mangels Schüler im Sommer 2014 geschlossen werden musste, sollen künftig Ateliers entstehen. Im umgebauten Gasholzschopf sollen die Beeinträchtigten wohnen und auf dem Landwirtschaftsbetrieb bis zu fünf geschützte Arbeitsplätze entstehen.

Voraussetzung für dieses Projekt ist eine Änderung des regionalen Richtplans der Region Zürcher Oberland. Der Regierungsrat hat diese Revision nun gutgeheissen und dem Vorhaben der Stiftung Wagerenhof grünes Licht erteilt.

Erste Hürde genommen

Die Stiftung Wagerenhof freut sich über den positiven Bescheid. «Die erste Hürde ist damit genommen. Wir sind nun in der Lage, mit dem Amt für Landwirtschaft und Natur einen Gestaltungsplan auszuarbeiten», sagt Stiftungsleiter Andreas Dürst. Derzeit entwickle man mit drei Architekten Pläne. «Wir werden darauf achten, dass sich der Bau in die Umgebung einfügt.» Dürst sieht die Niederlassung der Stiftung Wagerenhof auf der Strahlegg als Aufwertung der Aussenwacht. «Wir tragen mit unserem Projekt dazu bei, dass die strukturschwache Region bevölkert wird.»

Skepsis überwunden

Auch die Gemeinde Fischenthal ist froh, dass auf der Strahlegg bald wieder Leben einkehrt. Sie vermietet der Stiftung bereits seit Frühling 2014 das Schulhaus Strahlegg, das die Organisation für interne Veranstaltungen nutzt. «Wir freuen uns, dass es mit dem Projekt vorwärts geht. Die Stiftung Wagerenhof ist ein guter Partner, der uns fortlaufend über sein Vorhaben informiert», sagt Gemeindepräsident Josef Gübeli (SVP).

Die Bevölkerung auf der Strahlegg habe dem Projekt zu Beginn skeptisch gegenüber gestanden und befürchtet, dass alles in fremde Hände komme. «Diese Angst hat sich aber gelegt. Die Stiftung ist auf die gut 20 Einwohner zugekommen und bemüht sich, den Kontakt zu ihnen zu pflegen», sagt Gübeli. Der Aufbau einer Zweitstelle der Stiftung sei für Fischenthal durchwegs positiv.

Das Projekt wird mit dem Bauernhof Bärloch komplettiert. Auch hier steht ein grosser Schritt bevor. Der Verkauf des etwa zwei Kilometer von der Schule und dem Gasholzschopf entfernten stillgelegten Bauernhofs wird im Januar vollzogen. «So fügt sich langsam ein Puzzleteil zum anderen», sagt Dürst.

Realisierung für 2018 geplant

Mit dem Ja zur Änderung des regionalen Richtplans geht die Arbeit aber erst los. «In einem Jahr werden wir wohl den Gestaltungsplan ausgearbeitet haben», sagt Dürst. Man peile eine Baueingabe ab 2018 an.

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